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Eine Kuksa schnitzen

Im nordischen ist die Kuksa als persönlicher Becher bekannt, um aus ihr unterwegs Kaffee zu trinken oder mit ihr Beeren zu sammeln. Der vergangene Winter war lang genug, um mich an dieses spannende Schnitzprojekt zu begeben.

 

Durch Zufall wurde im Ort eine Birke gefällt, deren Holz ich dafür nutzen durfte. Perfekt für meine Kuksa - regionales Holz und das originale Kuksa Holz, so sollte es sein.

 

Den Rohling habe ich zügig aus dem Stamm geschnitten und darauf geachtet, dass Holzfasern quer zur Tasse verlaufen, um ein späteres Tropfen durch den Boden zu vermeiden.

Das Holz war noch recht feucht, was die weitere  Bearbeitung vereinfachte. Mit dem Wildmarksbeil habe ich es grob behauen und größere Stücke fort geschnitzt.

Weiter ging es mit meinem Bushcraftmesser, hier eignet sich am besten ein Scandi-Schliff.

Ein gebogenes Löffelmesser half die Vertiefung und die Grifföffnung in die Kuksa zu arbeiten.

 

Bei Unterbrechungen habe ich das Projekt in ein Handtuch gewickelt und in den Kühlschrank gelegt, so blieb es schön feucht und ließ sich danach wunderbar weiter schnitzen.

 

Das Finish brachte dann ein kleineres Schnitzmesser, mit dem schon eine recht glatte Oberfläche entstand und die Maserung der Birke hervorgehoben wurde. Die Innenseite wurde mit Schleifpapier behandelt.

 

Wichtig war nun das langsame und richtige Trocknen meiner Kuksa... eine Woche habe ich sie in einem kühlen Raum in den eigenen Schnitz Chips im Karton gelagert um spätere Risse zu vermeiden.

 

Zur Konservierung wurde sie anschließend mit grobem Salz gefüllt und 45 Minuten mit dem Salz in kochendem Wasser behandelt. Am folgenden Tag nahm ich mehrfach feuchten Kaffeesatz und rieb damit die Innenseite der Tasse ein, das verbleibende Fett stärkte und färbte das Material zusätzlich.

 

Im letzten Schritt veredelte Leinöl meine persönliche Kuksa.

Nach erneuter Trocknung konnte ich dann auch meinen ersten Kaffee aus ihr trinken - anders aber lecker!

 

Die Stunden kann ich nicht genau beziffern aber zwei Wochen hat es gedauert um dieses besondere Stück herzustellen. Es ist tatsächlich recht viel Senf für eine Tasse... aber es ist genau DAS was sie zu etwas einzigartigem macht. Und die Beschäftigung hat mich dem Holz, der Birke und der Natur näher gebracht - mittlerweile schmeckt der Sonntagskaffee auch nicht mehr nach Salz und Öl:-)

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